"Anspruchsvolle Literatur unterhaltsam umgesetzt" PDF Drucken E-Mail

Hanns-Josef Ortheil erhält den Koblenzer Literaturpreis 2006

KOBLENZ. Keine leichte Aufgabe, aber dafür eine klare Entscheidung. Aus über 100 Bewerbungen wählte die Jury Professor Dr. Hanns-Josef Ortheil als Träger des Koblenzer Literaturpreises 2006 aus. Der vom Freundeskreis der Universität und des Stadttheaters Koblenz gemeinsam ausgeschriebene Literaturpreis wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal vergeben.

Nach der zweiten Sitzung fiel in der Jury aus Vertretern von Hochschulen, Theater und Medien die Entscheidung, die die Vorsitzenden der beiden Freundeskreise, Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Freundeskreises der Universität in Koblenz und zugleich Vorsitzender der Jury, und Hubert Scherer, Vorsitzender des Freundeskreises des Stadttheaters, bekannt gaben. "Für die Jury des Koblenzer Literaturpreises war es keine leichte, aber eine hoch spannende Aufgabe", sind sich Wilbert und Scherer einig. "Wir freuen uns, in diesem Jahr mit Hanns-Josef Ortheil einen hoch begabten Autor auszeichnen zu dürfen, der es wie kein anderer versteht, anspruchsvolle Literatur unterhaltsam umzusetzen."

In Vorarbeiten und einer ersten Sitzung hatte die Jury den Kreis der auszeichnungswürdigen Arbeiten immer weiter eingegrenzt. Zum Schluss standen noch die Autoren Thorsten Becker, Marcus Braun, Johannes-Dohler, Ernst Heimes, Gerhard Henschel, Barbara Hundgeburt-Grabow, Ute-Christine Krupp, Jörg Matheis, Andreas Noga, Hanns-Josef Ortheil, Leonhard Reinirkens, Arnold Thünker, Anke Velmeke und Maike Wetzel zur Diskussion. Die Bewerber konnten sich sowohl mit Einzelwerken als auch mit umfassenderem Schaffen vorstellen. Ortheil hatte "Abschied von den Kriegsteilnehmern", "Hecke" und "Beschreibung: Erwin Wortelkamps Tal bei Hasselbach im Westerwald" eingereicht. Die Jury traf ihre Entscheidung auch vor dem Hintergrund des Gesamtwerkes.

Hanns-Josef Ortheil studierte Musikwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Mainz, Rom, Göttingen und Paris. Sein Studium schloss er 1976 mit der literaturwissenschaftlichen Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz unter dem Titel "Der poetische Widerstand im Roman. Geschichte und Auslegung des Romans im 17. und 18. Jahrhundert" ab. Nach Assistententätigkeit am Deutschen Institut der Universität Mainz, ist er seit 1990 Dozent für "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" an der Universität in Hildesheim. Für diesen Studiengang erhielt er 2002 die erste Professur in Deutschland. Der 1951 in Köln geborene Autor lebt heute in Stuttgart und Wissen im Westerwald, wo sein Elternhaus steht.

Der Koblenzer Literaturpreis würdigt herausragendes, zeitgenössisches literarisches Schaffen. Der Preis hat sich die Förderung der Literatur in der Region Mittelrhein durch die Förderung von Autorinnen und Autoren, die in der Region Mittelrhein leben, deren literarische Werke aber nicht unbedingt diese Region thematisieren müssen sowie der Förderung der Literatur über die Region Mittelrhein in Form der Förderung von Autorinnen und Autoren, die außerhalb der Region leben, deren literarische Werke aber den Raum Mittelrhein - regional weit gefasst - thematisieren, verschrieben. Der Koblenzer Literaturpreis ist mit einem Geldpreis von 13.000 Euro verbunden, finanziell unterstützt durch die Volksbank Koblenz Mittelrhein eG sowie die Signal-Iduna-Versicherungen Koblenz. Er wird alle drei Jahre ausgelobt - dank des Engagements der Sponsoren ist er auch für die Zukunft gesichert.

Hanns-Josef Ortheil wird den "Koblenzer Literaturpreis 2006" im Rahmen einer literarischen Matinee im Theater der Stadt Koblenz am Sonntag, 12. März, um 11 Uhr in Empfang nehmen. Die Matinee unter dem Titel "3 x Literaturpreis in Koblenz" wird durch die Preisträger der beiden vorangegangenen Wettbewerbe, Annegret Held (2003) und Norbert Scheuer (2000), mitgestaltet. Dr. Uwe Rosenbaum, Landessender-Direktor des Südwestrundfunks Mainz, wird Beispiele aus den Werken des diesjährigen Preisträgers vortragen. - Karten sind erhältlich unter Tel.: 0261/ 129-2840 und -2841.

Weitere Informationen beim Freundeskreis der Universität in Koblenz, c/o Handwerkskammer Koblenz, 56063 Koblenz,
Tel.: 0261/398-222, Fax: -994, E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können