Eine Schriftstellerin mit starker Fabulierkraft PDF Drucken E-Mail

Die in Pottum/Westerwald lebende Schriftstellerin Annegret Held erhält den Koblenzer Literaturpreis 2003

Koblenz. Acht waren in die Endauswahl gekommen, acht von weit über einhundert Bewerberinnen und Bewerbern, die ihre literarischen Werke für den zum zweiten Mal von den Freundeskreisen der Universität in Koblenz und des Theaters der Stadt Koblenz ausgeschriebenen „Koblenzer Literaturpreis“ eingereicht hatten. Nach der zweiten, entscheidenden Sitzung der aus Vertretern von Hochschulen, Theater und Medien sowie den Vorsitzenden der beiden Freundeskreise besetzten Jury gaben Karl-Jürgen Wilbert, Vorsitzender des Freundeskreises der Universität in Koblenz und zugleich Vorsitzender der Jury, und Hubert Scherer, Vorsitzender des Freundeskreises des Stadttheaters, die Preisträgerin bekannt. Nach eingehenden Diskussionen habe sich die Jury mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den mit 13.000 € dotierten, im Wesentlichen von der Volksbank Koblenz Mittelrhein eG gestifteten Preis der 1962 in Pottum geborenen und nach einer Ausbildung und Tätigkeit als Polizistin in Frankfurt nunmehr dort wieder lebenden Schriftstellerin Annegret Held zuzuerkennen.

Held, deren Romane und Erzählungen bereits mehrfach ausgezeichnet wurden, wird der Literaturpreis für ihre Romane „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, „Heesters Traum“ und „Die Baumfresserin“ zuerkannt. Die Autorin erfüllt in besonderem Maße die Bedingungen der Ausschreibung, da sie nicht nur in der Region Mittelrhein lebt und wirkt, sondern sich auch mit Land und Leuten, Erleben und Leben in dieser Landschaft auseinandersetzt. Unverkennbar finden sich in ihren Werken zahlreiche Elemente ihren eigenen Heimat, des Westerwaldes, ohne provinziell zu sein. Die Darstellungen verengen sich nicht auf das Genre „Heimatroman“, sondern bleiben so offen, dass Lokalität und Personal überall angesiedelt sein könnten. Ihre mit großer Einfühlsamkeit und Wärme geschilderten Figuren repräsentieren eine Menschlichkeit, die sowohl das Liebenswürdige wie das Problematische, das Alltägliche wie das Ausgefallene, das Harmlose wie das Bedrohliche umfassen.

Die Jury war sich einig, dass eine große Stärke ihrer Romane in ihrer Fabulier- und Sprachkraft liege. Annegret Held erzählt lebendig und zupackend, ja, sinnlich derb, anderseits aber auch mit einer feinsinnigen naturnahen Bildlichkeit, welche die nüchterne und raue Wirklichkeit – etwa die Arbeits- und Fabrikwelt in der „Baumfresserin“ – poetisiert. Sie bringt Farbe und einen frischen, kräftigen Ton in die Literatur. Es ist schwer, sich dem Reiz dieses urwüchsig anmutenden Erzählens zu entziehen.

Härteste Konkurrentin Annegret Helds war die 1962 in der Pfalz geborene Ute-Christine Krupp, die sich mit dem Roman „Alle reden davon“, dem Theaterstück „You“ und dem Hörspiel „Strom/Strömung“ beteiligt hatte. Die Jury lobte ihre vollendete Schreibkunst. Ihre hoch bemerkenswerte Sprache vermittle in beeindruckender Art und Weise Atmosphäre.

Annegret Held wird den „Koblenzer Literaturpreis 2003“ im Rahmen einer literarischen Matinee im Theater der Stadt Koblenz am 23. März 2003, 11 Uhr in Empfang nehmen. Der Literaturpreis wendet sich an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Norden von Rheinland-Pfalz leben und in ihren Werken die Region thematisch verarbeiten. Der Literaturpreis wird alle drei Jahre verliehen.

Weitere Informationen zum Koblenzer Literaturpreis: Freundeskreis der Universität in Koblenz, c/o Handwerkskammer Koblenz, 56063 Koblenz, Fax: 0261/398 994, e-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können